Meinung & Argumente

Liebe Besucher der Webseite,

wir halten das Gebiet für überflüssig und nicht legitim. Überflüssig, weil das Verhältnis zur Natur/gewachsener Ort unausgeglichen ist. Kapital besteht nicht nur aus Geld, sondern Kapital besteht aus einer Fülle von Werten, die es zu schützen gilt.

Darüber hinaus ist es nicht Legitim aus einem bestehenden Landschaftsschutzgebiet ein derart großes Gebiet herauszureissen. Die Mosellandschaft ist einzigartig! Die Umlaufberge in der Gemeinde geben ein prägendes Beispiel für die typische Landschaft. Unsere Landschaft ist unser wertvollstes Gut.

Natürlich müssen Gewerbebetreibende irgendwo hin, das ist klar. Die neu entwickelten Parks an der A48, A60 und der B50 neu reichen aus. Wittlich und Föhren erweitern demnächst. Ein zusätzlicher Neu-Ausbau im Moselgebiet hat keine Zukunft. Eine Versiegelung von 0 auf 100 auf dem Rücken der Bürger, Touristen, Winzer und Landwirte ist nicht zu rechtfertigen.

Der Begriff „Interkommunal“ scheint sich zu formieren: die Verbandsgemeinde Wittlich-Land möchte direkt im Anschluß (Osann-Monzel) das Gebiet erweitern. Dann würde ein sog. Planungsverband gegründet werden zu der die Ortsgemeinde beitreten müsste. Es entsteht eine noch größere Fläche und Maring-Noviand bekommt sogar noch weniger finanziellen Anteil (Aufteilung aller Gemeinden der beiden Verbandsgemeinden, bzw. Beteiligten) und trägt aber 100 % die Nachteile.


Argumente:

  • ein Gewerbegebiet unterscheidet sich zu einem Industriegebiet. Es gelten viel höhere Emissionsgrenzwerte für Lärm und Schadstoffe. Ein Industriegebiet ist prinzipiell in einer dörflichen Gegend und erst recht in einem so repräsentativen Tourismusgebiet wie das der Moseltäler deplaziert. Ob ein Teil des Gebietes später als Industriegebiet ausgewiesen wird, obliegt dem Gemeinderat. In der Planung wurde es jedoch mit eingeschlossen.
  • Die Größe übersteigt die Wohnflächengröße des Ortsteils. Das ist unausgewogen und steht in keinem Verhältnis. (-> Beispiel) Mit der Realisierung eines solchen Projektes sind für den kleinen Ort Probleme aller Art vorprogrammiert.
  • Die Gemeine Maring-Noviand erhält nur einen Bruchteil der Gewerbeeinnahmen, trägt aber zu 100 % die Nachteile!
  • Die Verbandsgemeinde Bernkastel hat unbestritten ihre Stärken in Natur, Wein und Tourismus – und das auf internationalem Niveau. Es sind Alleinstellungsmerkmale, die sich nicht mit Industriestandorten kombinieren lassen. Wir denken mit den Windkraftanlagen haben wir schon einen guten Kompromiss schließen können. Das müsste reichen. (siehe auch ->Sichtfeldanalyse Windenergie; Maring-Novand, hier gehören wir zu den beeinträchtigsten Gemeinden im ganzen Gebiet.)
  • Wie ist eigentlich die Haltung der Planer, dass immer mehr und mehr Grünflächen versiegelt werden? Bundes- und Landespolitik möchten die Neuversiegelung abbauen. Wieso verhält sich hier die Kommunalpolitik konträr? Dieser unverhältnismäßige Eingriff in das Landschaftsschutzgebiet („von Schweich bis Koblenz“) halten wir für unzulässig. Ziel für die ländlichen Kommunen kann nicht die grenzenlose Ausweisung von Gewerbegebieten sein, sondern muß die bessere Verteilung von Landes- und Bundeshaushalten sein. Ansonsten gibt es irgendwann kein ländliches Gebiet mehr. (->Beispiel)
  • Wir haben das Gefühl, die Initiative „interkommunales Gewerbegebiet“ kommt nur von ganz wenigen Kommunalpolitikern und fundiert nur aufgrund einer Standortverlegung eines einzigen mittelständigen Betriebes um wenige Kilometer. Eine Grundlage in überregionalen Verwaltungen sehen wir keine.
  • Ja, es gilt junge Menschen und Familien in ländlichen Gebieten zu halten und damit die Zukunft zu sichern. Wir sind überzeugt, dass genau wegen der naturnahen, ruhigen und gleichfalls zentralen Lage von Maring-Noviand viele Familien hier ihre Heimat ausgewählt haben. Wir haben eine hohe Wohnqualität. Diese würde durch großflächige Ansiedlung von Gewerbeparks verloren gehen.
  • Fragen aus dem Fragenkatalog , wie z.B.
    – „Wurde eine realistische Bedarfseinschätzung vorgenommen?“ oder
    – „Inwieweit passt dieses große Gewerbegebiet zum Image einer Tourismus Gemeinde?“
    müssten doch eigentlich – schon aus Kostengründen – ganz am Anfang geklärt werden.
    Auf der Gemeinderatssitzung und auf der Bürgerversammlung wurde darauf hingewiesen, dass es zu diesem Zeitpunkt noch zu früh ist, derartige Fragen zu klären.  
    Bildschirmfoto 2018-10-17 um 17.19.05
  • Ähnlich den Nebelfeldern, die im Herbst gut sichtbar sind, werden sich auch die Emissionen im Tal halten. Wer klärt den Einfluß auf Wein/Weinberge in Honigberg, Juffer und Sonnenuhr? Keiner kann und will hier Verantwortung übernehmen.
  • Ein grundlegendes Dilemma ergibt sich ja schon kausal während der Lektüre der Internetpräsentation von Maring-Noviand:
    „Leben in einer lebendigen Gemeinde – Maring-Noviand ist eine 1600 Einwohner zählende Gemeinde im Herzen der Moselregion in der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues, geprägt von der Schönheit seiner Landschaft, dem Weinbau und allen Vorzügen ländlicher Lebensqualität. (…) viel unberührte Natur und Zeugnisse und Denkmäler vergangener Zeiten. Die herrliche Landschaft aus Flusslauf, Wiesen, Wälder und Weinbergen lädt Sie zum Genießen, Bestaunen, Wandern, Radfahren und Reiten, zum Begegnen und Verweilen ein.“ (Quelle: www.maring-noviand.de)
  • Machen wir uns doch nichts vor: Ein Gewerbegebiet in diesem Ausmaß wird das ganze Tal dominieren – nicht nur sichtbar, sondern auch mit Verkehr, Emissionen, Gestank, Lärm (Tag und Nacht) und Schadstoffen. Da helfen auch keine noch so schönen Formulierungen à la „Energiegewinnungsgebiet“, „Vorzeigeprojekt“ und Einklang mit „Natur und Umwelt“, die der Gemeinderat evtl. im Bebauungsplan festschreiben möchte. Wir meinen: DAS will doch jede Gemeinde mit Ambitionen auf Gewerbestandorte.
    Mag sein, dass für die Verbandsgemeinde die Lage auf dem Brauneberg als Standort ‚übrig‘ bleibt und als Nr. 1 gilt. Über die Kommunalgrenzen hinweg haben wir jedoch keinen Standortvorteil. Ganz im Gegenteil, hier sind wir eher zweite Wahl. Es wird zu Preiskämpfen kommen, das Buhlen um Firmen. Wir haben große Bedenken, dass wir gerade zu späterem Zeitpunkt hier Zugeständnisse machen müssen – dann, wenn es zu spät ist.
  • Wir kämpfen nicht gegen örtliche Handwerker. Da gibt es genügend Alternativen zu einem gigantischen Gewerbepark. Ach ja, noch was: positiver Einfluß auf ortsansässige Firmen. 75 ha ist eine große Nummer, da werden sich erst recht im Dunstkreis Firmen ansiedeln, die gewachsene dörfliche Strukturen zerstören könnten.
  • das Gebiet liegt zu 100 % in einem Landschaftsschutzgebiet. Neben Naturflächen wird das Gebiet landwirtschaftlich und weinbaulich genutzt. Für die Einkommenssicherung aus Landwirtschaft/Weinbau und Landschaft gibt es bei einer evtl. Nutzungsänderung laut Aussage der größten Landwirte/Winzer keine Alternativen. Eine Beeinträchtigung der Landwirtschaft, der örtlichen Winzer- und Tourismusbetriebe ist zwangsläufig gegeben. Wie lautet die Begründung ein solches Gebiet aus einem intakten Landschaftsschutzgebiet herauszureißen? Welcher vertretbarer Standpunkt berechtigt zu einem solchen Eingriff?
  • Wir fragen uns auch ernsthaft, wie sich die Mosel in Zukunft nach außen darstellen möchte: Alle sprechen von Kulturlandschaft, einzigartige Region mit hohem Erholungswert. Alle sind doch richtig stolz auf unsere Landschaft. Es gibt Dachmarkenbetriebe, Weinkulturbotschafter und selbst eine Aufnahme in das UNESCO Welterbeverzeichnis wird gerne in den Mund genommen. Versiegelung, Energieparks, gigantische Autobahnschneisen und große Gewerbeparks sprechen gegen solche Sonntagsreden. Man kann nicht beides und alles haben! Wir müssen wirklich langsam Anfangen unsere Landschaft zu schützen. Und Hand aufs Herz, liebe Maring-Noviander: Wenn ihr über den beliebten Honigberg oder Sonnenuhr spaziert (wie auch sehr viele Einheimische aus der ganzen Region) und mit einem weitläufigem Blick auf die Umlaufberge und das wirklich weit einsichtbare Tal schaut, was genau wollt ihr da sehen???

2 Kommentare zu „Meinung & Argumente

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  1. Ich würde mich sehr freuen, wenn der ein oder andere Aspekt von der Verwaltung aufgenommen und/oder vielleicht sogar entschärft würde.

    Mir ist schon klar, dass die Planung erst im Stadium des Raumordnungsverfahren ist und bis zur Erstellung des Bebauungsplan noch einige Hürden zu nehmen sind. Aber FAKT ist – und das wurde auch so auf der Bürgerversammlung kommuniziert – sind die Ziele der Verbandsgemeinde:

    – eine große Fläche ausweisen zu können, um große Betriebe (als Beispiel wurde ein „abgewanderter“ Industriebetrieb in Mülheim genannt) anzulocken.
    – Konkret steht für Maring-Noviand die Bruttofläche von 75 ha im Raum !
    – zu „stämmen“ ist eine solche Größenordnung nicht mehr von einer so kleinen Gemeinde allein, deswegen soll es ein interkommunales Gebiet werden
    – hier werden Kosten, aber auch Einnahmen interkommunal aufgeteilt
    – das könnte zum Beispiel durch eine Gründung eines Zweckverband von öffentl. Körperschaften realisiert werden, dieser übernimmt dann die Funktion der Gemeinde im weiteren Verlauf der Bauleitplanung

    Da es für die Gemeinde ein sehr prägender Schritt sein wird, hat der Ortsbürgermeister eine Bürgerbefragung angeboten.
    Anmerkung: nicht über den Flächennutzungsplan, sondern über JA/NEIN zur Erstellung des Bebauungsplan, bzw. Abtretung an einen Verband.

  2. Im Moment „lehnt“ sich ein grosser Teil im Gemeinderat etwas zurück und vertritt die Meinung: es ist noch zu früh, nichts ist entschieden – warten wir erstmal ab, bis wir mit dem Bebauungsplan am Zuge sind. Nach dem Motto „wir haben dann alles in der Hand“.
    Ich fände es gut, wenn sich Ratsmitglieder schon jetzt positionieren würden. Was wollen wir, was wollen wir nicht. Wie kann man was realisieren?

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